
Erstes Ortshistorikertreffen für den Landkreis FFB und Nachbarn am 12.2.2026 im Landratsamt Fürstenfeldbruck
Dem Beispiel anderer Landkreise wie Starnberg und Landsberg am Lech folgend hat am 12.2.2026 erstmals auch der Landkreis Fürstenfeldbruck die Ortshistoriker des Landkreises zu einem Vernetzungstreffen eingeladen. Den Anstoß dazu gaben im Frühjahr 2025 Ulrich (Uli) Bähr aus Schöngeising und Johann Böhmer aus Gröbenzell. Nach einer ersten Vorprüfung kam es im Juli 2025 zu einem Gespräch im Landratsamt zwischen den Ideengebern und der Leitung des Kulturamtes beim Landratsamt. Dabei konnte man darauf aufbauen, dass es ein Jahr vorher gelungen war, der heimatkundlichen Zeitschrift „Amperland“ auch mit der Unterstützung der Stadt Fürstenfeldbruck und des Landkreises Fürstenfeldbruch neues Leben einzuhauchen, siehe den Faktencheck vom 31.1.2025. Man war sich schnell einig, dass es auf jeden Fall einen Versuch wert sei, für die im Landkreis tätigen ehrenamtlichen Ortshistoriker so ein Treffen zu veranstalten. Nachdem der Landrat sein grundsätzliches Placet gegeben hatte und vor allem auch bereit war, den großen Sitzungssaal im Landratsamt zur Verfügung zu stellen, fand man gemeinsam einen geeigneten Termin, plante die Organisation und den Ablauf. Die Ideengeber steuerten dazu die ihnen bekannten Kontakte bei. Das Kulturamt band die örtlichen Kreisheimatpfleger*innen und Kreisarchivpfleger*innen ein und schrieb alle Kommunen des Landkreises mit der Bitte an, die Einladung an die in der Kommune tätigen Archivar*innen und an die bekannten im Ort mit dem Thema befassten Vereine, Institutionen, Gruppen und Akteure weiterzugeben. In der Zeitschrift „Amperland“, Heft 3/2025 erschien ein Hinweis, dass es diese Veranstaltung am 12.2.2026 geben werde, verbunden mit dem Aufruf, sich doch bei Interesse beim Kulturamt des Landkreises anzumelden. Gleichzeitig warben die Herren Bähr und Böhmer für die Teilnahme an diesem Treffen. Tatsächlich folgten dann etwa 70 Ortshistoriker und an dem Thema Interessierte aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck sowie auch noch etliche Akteure und Interessierte aus angrenzenden Kommunen wie Aubing und Lochhausen.
Landrat Karmasin hatte von Anfang an zugesagt, nicht nur die Räumlichkeit zur Verfügung zu stellen, sondern auch ein Grußwort zu sprechen. Er war sichtlich überrascht, dass die Einladung ein so großes Echo gefunden hatte. Vor allem war er überrascht, dass er unter den Teilnehmenden viele bekannte Gesichter sah, von denen er gar nicht wußte, dass sie nicht nur politisch engagiert sind, sondern auch sich für die Ortsgeschichte so sehr engagieren würden, dass sie hier teilnehmen.
Es folgten sehr informative Aufgabenbeschreibungen und Tätigkeitsberichte der (ehrenamtlichen) Kreisarchivarin Frau Dr. Birgitta Klemenz, die für den westlichen Landkreis zuständig ist, und ihres ebenso ehrenamtlich tätigen Kollegen Stefan Pfannes, der für den östlichen Teil des Landkreises zuständig ist, wie auch der Kreisheimatpflegerin Frau Susanne Poller – sie ist zuständig für den Bereich Denkmalpflege – und ihres Kollegen Markus Wild , der für den Bereich Archäologie zuständig ist.
Dazu folgende Erläuterung:
Ausgangspunkt für die Tätigkeit der (ehrenamtlichen) Kreisarchivpfleger und der von ihnen betreuten kommunalen Archive sind das Bayerische Archivgesetz, dort Art. 13 Abs. 2, und die Bayerische Gemeindeordnung, Art. 57 Abs. 1. Die Aufgaben reichen von der Bewahrung, Bewertung und Erschließung bis zur Nutzbarmachung und Auswertung der Schriftgutüberlieferung der Kommunen. Die Archive sind praktisch das Gedächtnis der staatlichen Behörden und Gerichte, die ihr Schriftgut in regelmäßigen Abständen dem Staatsarchiv anbieten, das dann entscheidet, was archivwürdig ist, und dieses Schriftgut dann in seinen Bestand übernimmt. Eine Kommune muss sich hingegen um die Bewahrung des bei ihr anfallenden archivwürdigen Schriftgutes selbst kümmern. Dazu ist die Unterstützung durch Kreisarchivare sehr wichtig.
Herr Pfannes berichtete, dass er privat auch noch die Pfarrverbandsarchive Maisacher Land und Glonnauer Land betreut.
Es stellten sich verschiedene Geschichtsvereine und Arbeitskreise vor, so stellte z. B. Ulrich Bähr den Arbeitskreis „Altwege“, der sich u.a. gerade mit der Vorbereitung einer Dokumentation der ehedem durch unsere Gefilde führenden Römerstraße befasst, und seine Geschichtsplattform www.geschichte-ffb.de vor, die eine Fülle von Infos für Heimatforscher und einen newsletter anbietet. Manfred Amann berichtete vom Geschichtsverein Alling, der vor vier Jahren mit einer Ausstellung zur Schlacht bei Hoflach begann, Hartwig Lucht von der Arbeit an der Chronik von Oberschweinbach, Jürgen Grohmann vom Philatelistenverein Fürstenfeldbruck, Dieter Hess aus dem Archiv in Türkenfeld , Fritz Aneder von dem Projekt der Erfassung von Kulturlandschaftselementen, Marianne Schuon von den Projekten des Vereins „D Buachamer“, Toni Drexler von seinen laufenden Pubklikationen im Gemeindeblatt Haspelmoor und der Produktion von podcasts, um junge Leute zu erreichen, Hermann Ludwig, Alling, von seiner Familienforschung anhand von Einträgen im Kirchenbuch, Egbert Scherello vom Aubinger Archiv, um nur einige Beiträge zu nennen.
Uli Bähr und Monika Baumgartner warben anschließend erfolgreich um neue Abonnenten für die Zeitschrift „Amperland“. Uli Bähr sprach dabei im Auftrag des Chefredakteurs Prof. Dr. Wilhelm Liebhart.
Es folgte ein Kurzreferat von Johann Böhmer über neuere Publikationen zur Gröbenzeller Ortsgeschichte. Seine eigene Autorentätigkeit begann mit einem Buch im Jahr 2020 zum 450-jährigen Jubiläum von Gröbenzell, für das er von einem befreundeten Ortshistoriker aus Aubing, Franz Fürst – er nahm ebenfalls an dem Treffen teil – bei einem Lesekurs im Staatsarchiv München den Anstoß erhielt. Es ging dann weiter mit einem Begleitbuch zu einer Ausstellung des Historischen Vereins „Die Gröbenhüter“ im Gröbenzeller Torfmuseum, das sich mit dem vielfältigen Wirken eines Gröbenzeller Pioniers Albert Meyer befasste. Dieser war Tiefbauingenieur bei der Stadt München, gleichzeitig in Gröbenzell vielfältig ehrenamtlich engagiert und ein hervorragender Fotograf, Zeichner, Maler und überdies der erste Ortschronist mit einer selbst illustrierten Chronik von Gröbenzell aus dem Jahr 1931. Weiter stellte Böhmer kurz von Alfons Wahr dessen Buch aus dem Jahr 2022 „Im Garten der Erinnerung – persönliche Erlebnisse in Gröbenzell“, dann von Dr. Winfried Bauer die Festschrift zu 100 Jahre St. Johann Baptist aus dem Jahr 2025 und schließlich von ihm selbst eine „Kurze Ortsgeschichte Gröbenzell“ vor, die er zuerst 2025 auf dieser website veröffentlicht hat und die jetzt gerade mit Abbildungen angereichert in mehreren Folgen in der Zeitschrift Amperland erscheint.
Am Ende gab es Gelegenheit für die Teilnehmer, die Referenten zu befragen, sich persönlich kennen zu lernen und sich untereinander auszutauschen. Das Echo war rundweg positiv. Der Plan, ein solches Treffen reglmäßig auszurichten, wurde allseits begrüßt.
Foto: Johann Böhmer